Empathie in Führung – Klare Kante oder Kuschelkurs?
- 13. März 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. März 2025

Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, ihre Unternehmen in unsicheren Zeiten zu navigieren. Fachkräftemangel, steigende Kosten und disruptive Veränderungen fordern klare, aber zugleich empathische Entscheidungen. Doch was braucht es in der modernen Führung? Mehr Durchsetzungskraft oder mehr Empathie?
Die neuesten Zahlen aus dem Gallup Engagement Index 2024 zeigen: Nur noch 9 % der Beschäftigten in Deutschland fühlen sich emotional mit ihrem Unternehmen verbunden – ein historischer Tiefstand. Gleichzeitig machen fast 8 von 10 Mitarbeitenden lediglich Dienst nach Vorschrift. Noch besorgniserregender ist die hohe Wechselbereitschaft:
📉 Nur 50 % der Beschäftigten geben an, in einem Jahr sicher noch bei ihrem Unternehmen zu sein – das sind 28 Prozentpunkte weniger als 2018.
📉 Nur 34 % sehen sich noch in drei Jahren bei ihrem Arbeitgeber (2018: 65 %!).
📈 33 % wurden im letzten Jahr aktiv von Headhuntern angesprochen – ein Rekordhoch.
Das Fazit: Unternehmen verlieren Talente – und das kostet sie viel mehr als nur Geld.
„Mitarbeitende verlassen nicht Unternehmen – sie verlassen schlechte Führung.“ (Gallup 2024)
Was können Führungskräfte also konkret tun, um diese Entwicklung umzukehren?
Empathie & Vertrauen: Die entscheidenden Führungsfaktoren
Laut Gallup gibt es vier zentrale Säulen erfolgreicher Führung, die direkt auf die emotionale Bindung und Loyalität von Mitarbeitenden wirken:
✔ Vertrauen – Ehrlichkeit, Klarheit & Verlässlichkeit schaffen Sicherheit.
✔ Empathie – Den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.
✔ Stabilität – Eine Führung, die Beständigkeit und Orientierung gibt.
✔ Zuversicht – Eine klare Vision für die Zukunft und eine positive Einstellung vermitteln.
Besonders Empathie spielt eine Schlüsselrolle:
📌 Nur 40 % der Mitarbeitenden fühlen sich im Unternehmen jederzeit respektiert – ein Rückgang um 12 Prozentpunkte seit 2021.
📌 Nur 25 % sehen Entwicklungsmöglichkeiten für sich – fehlende Perspektiven treiben Talente in die Hände der Konkurrenz.
Wer als Führungskraft Empathie zeigt, bleibt wettbewerbsfähig – wer nur Zahlen sieht, verliert Menschen.
Wie du als Führungskraft emotionale Bindung aufbaust
Vertrauen schaffen: Sei klar in deinen Botschaften & verlässlich im Handeln. Nur 21 % der Beschäftigten vertrauen ihrer Führungskraft uneingeschränkt.
Empathie zeigen: Höre aktiv zu und erkenne Herausforderungen an. Nur 40 % fühlen sich im Unternehmen wirklich respektiert.
Stabilität bieten: Sei ansprechbar, löse Konflikte gerecht und schaffe ein sicheres Arbeitsumfeld. 33 % wurden bereits aktiv von Headhuntern angesprochen – Unsicherheit fördert Wechselbereitschaft.
Zuversicht vermitteln: Formuliere eine klare Zukunftsvision & feiere Erfolge. Mitarbeitende brauchen Orientierung und eine Perspektive.
Diese Faktoren machen den entscheidenden Unterschied:
✔ 71 % der emotional hoch Gebundenen wollen langfristig bleiben.
✔ Nur 30 % der loyalen Mitarbeitenden suchen aktiv nach einem neuen Job – im Gegensatz zu 63 % der innerlich Gekündigten.
Mehr dazu im Podcast „Klarheit & Wahrheit“ mit Axel Freund
In der aktuellen Folge von „Klarheit & Wahrheit – Ehrliche Gespräche über Leadership“ spreche ich mit Axel Freund über genau diese Themen. Wir diskutieren, wie Führungskräfte den Spagat zwischen Klarheit und Empathie meistern – und warum emotionale Bindung kein „Soft Skill“, sondern ein harter Wettbewerbsfaktor ist.
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Fazit: Führung, die verbindet, sichert Zukunft
Empathie & Vertrauen sind kein „Nice-to-have“ – sie sind knallharte Business-Faktoren. Unternehmen mit emotional gebundenen Teams sind produktiver, innovativer und langfristig erfolgreicher. Führung ist mehr als Management – sie ist Verantwortung.
Wie siehst du das? Was sind deine Erfahrungen mit Führung in unsicheren Zeiten? Diskutiere mit mir auf LinkedIn oder hör in den Podcast!
Quellen:



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