Intuitive Führung – Warum dein Körper mehr weiß als dein Kopf
- 9. Apr. 2025
- 2 Min. Lesezeit

In der heutigen Arbeitswelt dominieren oft rationale Entscheidungen und datengetriebene Analysen. Doch immer mehr Führungskräfte erkennen den Wert der Intuition – jenes Bauchgefühls, das uns leitet, wenn der Verstand an seine Grenzen stößt. In meiner aktuellen Podcastfolge von Klarheit & Wahrheit spreche ich mit der Körpertherapeutin und Mentorin für Weiblichkeit Anita Vögeli über die Bedeutung von Körperwissen, Empathie und Weiblichkeit in der Führung.
Was ist intuitive Führung?
Intuitive Führung basiert auf dem Vertrauen in die eigenen körperlichen Signale und Emotionen. Anstatt ausschließlich auf logische Schlussfolgerungen zu setzen, werden Entscheidungen getroffen, die sowohl kognitive als auch somatische Informationen berücksichtigen. Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio prägte in diesem Zusammenhang den Begriff der “somatischen Marker”. Diese Theorie besagt, dass körperliche Empfindungen als Markierungen für bestimmte emotionale Reaktionen dienen und somit Entscheidungsprozesse beeinflussen können. Aktuelle Artikel, wie der im Handelsblatt, betonen die Relevanz des Bauchgefühls bei Entscheidungen und ermutigen Führungskräfte, ihrer Intuition mehr Beachtung zu schenken.
Die Rolle von Empathie und Weiblichkeit in der Führung
Traditionell wurden Eigenschaften wie Empathie und Fürsorglichkeit in der Geschäftswelt oft als “weich” oder weniger entscheidend angesehen. Doch aktuelle Forschungen belegen, dass empathische Führungskräfte nicht nur das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden fördern, sondern auch die Produktivität und Mitarbeiterbindung erhöhen. Die Integration von als weiblich geltenden Qualitäten in Führungsstilen trägt somit zu einer ausgewogeneren und effektiveren Führungskultur bei. Ein Artikel im Manager Magazin diskutiert, wie Embodiment-Methoden Führungskräften helfen können, ihre Intuition zu stärken und somit ihre Führungsqualitäten zu verbessern.
Zyklisches Arbeiten: Ein neuer Ansatz für Produktivität und Wohlbefinden
Ein innovatives Konzept, das in diesem Zusammenhang an Bedeutung gewinnt, ist das zyklische Arbeiten. Dabei wird der natürliche Rhythmus des Körpers, insbesondere der Menstruationszyklus, in die Arbeitsgestaltung einbezogen. Während in Ländern wie Japan und Südkorea bereits seit Jahren Menstruationsurlaub gewährt wird, gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz bislang keine gesetzlichen Regelungen hierzu. Dennoch gehen einige Unternehmen in diesen Ländern mit gutem Beispiel voran:
Deutschland: Einige Unternehmen beginnen, ihren Mitarbeiterinnen flexible Arbeitszeiten während der Menstruation zu ermöglichen, um deren spezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Schweiz: Die Stadt Freiburg hat als erste Schweizer Gemeinde einen Menstruationsurlaub für ihre Angestellten eingeführt.
Herausforderungen und Chancen
Trotz der offensichtlichen Vorteile stehen Unternehmen vor Herausforderungen bei der Implementierung solcher Ansätze. Bedenken hinsichtlich möglicher Stigmatisierung oder Diskriminierung von Mitarbeiterinnen müssen ernst genommen werden. Es ist daher entscheidend, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Offenheit und Verständnis für die individuellen Bedürfnisse aller Mitarbeitenden fördert.
Fazit
Die Integration von Intuition, Empathie und zyklischem Arbeiten in die Führungspraxis bietet ein enormes Potenzial für Unternehmen und ihre Mitarbeitenden. Sie ermöglicht nicht nur eine menschlichere und nachhaltigere Arbeitsweise, sondern fördert auch Innovation und Anpassungsfähigkeit in einer sich ständig wandelnden Geschäftswelt.
Für eine tiefere Auseinandersetzung mit diesem Thema lade ich Dich herzlich ein, die vollständige Podcastfolge mit Anita Vögeli anzuhören.



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