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Führung beginnt bei dir selbst: Warum Selbstreflexion der erste Schritt zu wirksamer Führung ist

Aktualisiert: 1. Sept. 2025

Foto von Jakob Søby auf Unsplash
Foto von Jakob Søby auf Unsplash

Wenn du ständig am Limit bist – unruhig schläfst, Dinge ver­gisst, kaum Zeit für Bewegung, FreundInnen oder Familie findest –, spürst du tief drinnen, wie sehr dir das fehlt. Dieses nagende Gefühl, kaum noch klar denken zu können oder vor lauter To-dos zu zerfallen, ist ein eindringlicher Weckruf. Genau hier liegt der Schlüssel: Selbstführung und Selbstreflexion. So wie James Clear in Atomic Habits beschreibt, geht es nicht um riesige Veränderungen, sondern um winzige, konsequente Schritte. Wer sich wieder zu sich selbst zurückfinden möchte, beginnt mit 1 % Klarheit pro Tag – und mit der Frage: Wer bin ich gerade – und wer möchte ich sein?


Wirksame Führung beginnt bei dir. Die Reise nach innen ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für jede Form der nachhaltigen Wirkung im Außen.


In einer zunehmend komplexen und schnelllebigen Welt erfordert gute Führung mehr als klare Strategien oder effiziente Prozesse – sie braucht eine bewusste Verbindung mit der eigenen inneren Haltung. Selbstreflexion ist dabei kein nice-to-have, sondern ein entscheidender Hebel für wirksame Führung.


1. Selbstreflexion als Führungskompetenz

Führungskräfte, die sich regelmäßig reflektieren, erhöhen nicht nur ihre Entscheidungsqualität, sondern auch ihr Vertrauen in die eigene Rolle. In Forschung & Lehre (2023) heißt es: „Reflexion ermöglicht, Muster im eigenen Denken und Handeln zu erkennen und damit die Grundlage für Lern- und Veränderungsprozesse zu schaffen.“ Genau darin liegt der Unterschied zwischen reaktivem Handeln und bewusst gestalteter Führung.


2. „The Work“ – Glaubenssätze überprüfen und Klarheit gewinnen

Ein wirksames Tool für diese innere Arbeit ist The Work von Byron Katie. Mit vier simplen, aber tiefgehenden Fragen lernen Führungskräfte, belastende Gedanken zu hinterfragen und neue Perspektiven einzunehmen. Dieses Innehalten schafft Distanz, stärkt die Selbstwahrnehmung und ermöglicht, bewusster und menschlicher zu führen. Auch psychologische Forschung unterstreicht, dass kognitive Umstrukturierung – also das Überprüfen von Denkmustern – Stress reduziert und die Resilienz stärkt (vgl. Beck, Kognitive Verhaltenstherapie, 2020).


3. Kleine Schritte, große Wirkung – inspiriert durch Atomic Habits

James Clear zeigt in Atomic Habits (2018), wie minimale Veränderungen enorme Wirkung entfalten. Für Führungskräfte bedeutet das: Selbstreflexion muss kein stundenlanges Retreat sein. Ein tägliches Ritual von wenigen Minuten – etwa am Ende des Arbeitstags die Frage „Was hat mich heute wirklich bewegt?“ – kann langfristig die Selbstführung spürbar verbessern.


4. Wissenschaftliche Perspektive: Selbstreflexion steigert Wirkung nach außen

Eine Untersuchung in der Harvard Business Review (Bailey & Rehman, 2022) zeigt, dass regelmäßige Selbstreflexion nicht nur die Resilienz von Führungskräften erhöht, sondern auch das Vertrauen und die psychologische Sicherheit im Team stärkt. Teams folgen eher einer Führungskraft, die sich selbst kennt und authentisch kommuniziert.


5. Schutz vor Überlastung und Burnout

Gerade in Zeiten von Dauerstress und Digitalisierung ist Selbstreflexion ein Schutzfaktor. Die Psychologin Tanja Singer spricht in ihrem Forschungsprojekt ReSource (2021) davon, dass mentale Trainings wie Achtsamkeit und Reflexion die Stressresistenz deutlich erhöhen. Führungskräfte, die Routinen der Selbstreflexion pflegen, schaffen sich damit einen Anker inmitten von Veränderung und Unsicherheit.


6. Selbstreflexion als Basis für menschliche Führung

Selbstreflexive Führungskräfte führen nicht aus Status oder Position heraus, sondern aus Haltung. Diese Haltung schafft Vertrauen, eröffnet Kommunikationsräume und inspiriert. In einer Arbeitswelt, die zunehmend hybrider und komplexer wird, ist diese innere Verbindung die Grundlage für eine empathische und nachhaltige Führungskultur.


Fazit: Selbstführung beginnt bei einem bewussten Blick nach innen. Für dich selbst – und für diejenigen, die dir folgen.


Wenn dich das Thema bewegt, hör gerne in meinen Podcast „Klarheit & Wahrheit Ehrliche Gespräche über Leadership & Wandel“ hinein. Dort frage ich meine Gäste immer wieder nach unkonventionellen Führungstipps, die inspirieren können, alte Muster zu hinterfragen und neue Wege auszuprobieren.


Besonders empfehle ich dir zwei spannende Episoden zu dieser Innenschau:


  • Mit Felix Hirn habe ich über unbewusste und unausgesprochene Themen gesprochen, die sich mit Methoden wie LEGO® Serious Play® sichtbar machen lassen. Er schildert eindrücklich, wie in Unternehmen informelle Netzwerkorganisationen entstehen – die sogenannten „Knotenpunkte“. Sie machen oft nur 3 % der Mitarbeitenden aus, erreichen aber bis zu 85 % der Organisation. Eine spannende Frage bleibt: Sind diese Menschen in Balance – und warum prägen sie so stark die Kultur?

  • In meiner Folge mit Axel Freund haben wir uns über empathische Führung ausgetauscht: Wieviel Empathie tut gut, wo braucht es Grenzen – und warum Authentizität nicht mit Kostümierung gleichzusetzen ist. Seine Sicht: Wer im Alltag keinen Anzug trägt, muss auch als Führungskraft nicht in eine Rolle schlüpfen. Authentisch sein bedeutet, auch in der Führung die eigene Persönlichkeit sichtbar zu machen.


Diese und weitere Impulse kannst du dir gerne als Inspiration anhören – sie knüpfen direkt an das an, was wir im Onlinekurs „Zurück in deine Balance – Führung beginnt in dir“ vertiefen: Selbstführung, Klarheit, Balance und wirksame Führungshaltung.


Denn nur wer sich selbst führt, kann andere inspirieren.


Mehr Infos & Anmeldung: https://www.kanzelleria.de/kurs-vormerken (wenn du bis 15.09.2025 dich anmeldest, profitierst du von meinem Launch-Preis!)


Quellen:

  • Forschung & Lehre (2023): „Wie Führungskräfte ihre Selbstreflexion verbessern“ – Link

  • Bailey, J.R., Rehman, S. (2022): „Don’t Underestimate the Power of Self-Reflection“, Harvard Business Review – Link

  • Beck, A.T. (2020): Kognitive Verhaltenstherapie. Grundlagen und Anwendung.

  • Clear, J. (2020): Die 1%-Methode – Minimale Veränderung, maximale Wirkung

    Mit kleinen Gewohnheiten jedes Ziel erreichen - Mit Micro Habits zum Erfolg

  • Singer, T. (2021): The ReSource Project: A mental training intervention for stress reduction and compassion.

 
 
 

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